Geschichte

Andreas Amrhein (1844-1927), Benediktiner der ehrwürdigen Abtei Beuron (D), ein gebürtiger Gunzwiler (bei Beromünster/LU), leitete 1884 in Reichenbach (D) die Gründung eines Missionsklosters ein, das bald in die Nähe von Emming bei München verlegt wurde und unter dem Namen St. Ottilien in aller Welt bekannt wurde. Er war überzeugt, die Benediktiner sollten für Afrika, wo Deutschland im 19. Jh. Kolonien besass, Missionare und Kulturträger sein, wie dies zur Zeit der grossen Mönchsmissionare Augustin, Willibrord, Kolumban, Gallus, Bonifaz u.a. (6. bis 8. Jh.) in grossem Ausmass der Fall war. So entstand mit den Jahren die Erzabtei St. Ottilien (seit 1913 Erzabtei) als erstes Heimatkloster der neu gegründeten Kongregation der Missionsbenediktiner. Die Missionstätigkeit sollte nicht durch vereinzelt lebende Mönche, sondern durch klösterliche Gemeinschaften ausgeübt werden. Schon 1887 wuden die ersten Missionare nach Deutsch-Ostafrika gesandt. Viele der ersten Missionare starben nach wenigen Monaten ihres Einsatzes sehr jung an den Folgen von Krankheiten, die sie sich in Afrika nach kurzer Zeit zugezogen hatten. Andere wurden bei einem Aufstand 1905 ermordet. Bald wurden der Kongregation weitere Arbeitsgebiete anvertraut.

1919 wurde in Uznach das „Benediktusheim“ eröffnet. Von hier aus warben die Benediktiner von St. Ottilien in der Schweiz um personelle und finanzielle Hilfe für die Missionen in Ostafrika. Als die Aufhebung unserer Klöster und ein neuer Weltkrieg drohte, wurde dann 1937 in Freiburg i. Ue. das "Benedictinum" als Studienhaus gegründet und eingerichtet. Dieses Haus wurde 1947 eine selbständige Gemeinschaft und P. Notker Mannhart zum ersten Prior ernannt. Da mit der Zeit die beiden Häuser in Uznach und Fribourg den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinschaft nicht mehr entsprachen, wurde in Uznach ein neues Kloster gebaut und im Herbst 1963 bezogen. Die bisherigen Häuser wurden aufgelöst. 1964 folgte auf P. Prior Notker P. Benno Hegglin, der unsere Klostergemeinschaft während der Zeit des II. Vatikanums und dessen Umsetzung leitete. In diesen Jahren konnte sich das monastische und missionarische Leben in den neuen Gebäuden entfalten, obwohl immer noch der in der Bundesverfassung verankerte „Klosterartikel“ unterschwellig die Arbeit einschränkte. Mit der Abstimmung im Jahre 1973 war der Weg frei. Bis zu 40 Schweizer wirkten in dieser Zeit in unseren Missionsgebieten und verkündeten durch die vielfältigen Aufgaben Christus, den Auferstandenen. Als eine direkte Folge der Aufhebung des diskriminierenden Klosterartikels erfolgte 1982 die Erhebung zur Abtei und die Wahl von Prior P. Ivo Auf der Maur zum 1. Abt. Diese Aufgabe erfüllte er bis zur Erreichung des 75. Lebensjahres 1999. Nebst vielen anderen Aufgaben fiel in diese Zeit der Bau der neuen Klosterkirche.

Von 1999 bis 2009 leitete Abt Marian Eleganti die Geschicke der Abtei. Mit der Ernennung zum Weihbischof von Chur am 7. Dezember 2009 legte er sein Amt als 2. Abt von St. Otmarsberg nieder. Nach einer Übergangszeit von drei Jahren wählte die Gemeinschaft am 9. März 2013 P. Emmanuel Rutz zum 3. Abt.

 

 

 
 
 
 
 

 

Abtei St. Otmarsberg - © Br. Bernhard Bisquolm   -    nach oben