Augenklinik in §Tororo, Uganda
Projekt 0905
Die Eye Clinic in Tororo ist ein Erfolg. Er gründet auf der Nähe zu den Menschen und der Bereitschaft zur Innovation. Dies beispielsweise bei Operationen. Der Lohn für die Bemühungen aller ist das Augenlicht vieler.
Die Tororo Eye Clinic gehört zu den grössten Augenspitälern ganz Ostafrikas. Gut ausgebildetes Personal und eine moderne technische Ausstattung ziehen jedes Jahr mehr Menschen mit Augenleiden an. Die Entwicklung dieses Zentrum ist eine der Erfolgsgeschichten Ugandas und unseres Klosters dort. Wie ist es dazu gekommen?
Fast 20'000 Augenbehandlungen
Die Heilung Blinder gehört zu den grossen Sehnsüchten der Menschheit und ist ein Zeichen für das Anbrechen des Reiches Gottes. In vielen Ländern Afrikas finden Augenkranke auch heute noch unzureichende und oft gar keine Hilfe. Bei der Gründung des Benediktinerklosters Tororo im Osten Ugandas war die Not Augenkranker besonders gross. So kam es zu der Gründung eines Spitals, das nur Augenkranke behandelt. Üblicherweise ist die Augenmedizin eine Abteilung eines grösseren Spitals. In dieser Gegend Ugandas litten aber ungewöhnlich viele Menschen an kranken Augen und es gab keinerlei Behandlung. Das Land war damals vom Bürgerkrieg gezeichnet und es herrschte Mangel an allem. Viele Menschen hatten Vitamin-A-Mangel und Infektionen der Bindehaut und des Augapfels wegen unreinen Wassers. Diese Not liess die Gründer Tororos nicht gleichgültig und deshalb begannen sie mit der Behandlung der Augenkranken.
Seitdem hat sich das Spital hervorragend entwickelt. Im Jahr 2018 wurden 18 274 Patienten behandelt. Für das Jahr 2019 wird mit 20 000 Patienten gerechnet. Sie kommen von überall her, auch vom benachbarten Kenia. Wohlgemerkt, es handelt sich bei diesen Zahlen ausschliesslich um Augenkranke.
Entzündungen, Grauer Star, Grüner Star
Immer noch stehen Infektionen als Krankheitsauslöser an erster Stelle, obwohl sich die Lebensbedingungen Ugandas sehr positiv entwickelt haben. Allein 6’200 Patienten kamen wegen Bindehautentzündung. Dann kommt aber schon der Graue Star mit 2191, gefolgt von Glaukom (Grüner Star) mit 968 Patienten. Diese beiden Patientengruppen benötigen eine operative Behandlung. Natürlich gibt es auch Erkrankungen der Netzhaut, der Hornhaut und Sehschwächen.
Obwohl das Spital einen eigenen Brillenservice hat, ist die Zahl neu verordneter Brillen im Vergleich zur Gesamtzahl der Patienten erstaunlich klein. Im Jahr 2018 wurden 2034 Brillen angefertigt. Das liegt daran, dass die meisten Menschen hier einfache Bauern sind. Sie benötigen in ihrem Alltag keine perfekte Sehfähigkeit. Sie sehen daher nicht ein, dass sie Geld für eine Brille ausgeben sollen. Allerdings ändert sich diese Einstellung mit der besseren Schulbildung. Junge Menschen haben ein grösseres Bedürfnis nach gutem Sehvermögen. Daher ist die Tendenz zum Brillentragen steigend. Wir planen deshalb, in Zukunft mehr Brillen herzustellen. Zurzeit stehen die akuten Augenkrankheiten noch ganz im Mittelpunkt.
Gegen Stromausfall gewappnet
Besonders erschütternd sind Verletzungen. Der Junge im Photo spielte mit seinen Kameraden und ein Stein flog ihm ins Auge. Er wohnte nicht weit weg von Tororo und kam gleich ins Krankenhaus, wo er sofort behandelt werden konnte. Leider war die Linse verletzt und musste entfernt werden. Nach der Heilungsphase konnte erfolgreich eine künstliche Linse implantiert werden. Das Bild zeigt ihn bei einem Sehtest. Die Operation war erfolgreich. Der Junge kann jetzt wieder ohne Brille völlig normal und scharf sehen.
Dies ist ein ungeheurer Fortschritt. Noch vor 30 Jahren wäre das Auge erblindet. Die Behandlung einer so komplizierten Verletzung erfordert viele Rahmenbedingungen. Zu allererst müssen Spezialisten bereitstehen, die in der Lage sind, diese Behandlungen durchzuführen. Dazu benötigen sie aber ein aufwendiges Instrumentarium. Das Tororo Augenspital erfüllt all diese Voraussetzungen. Erst vor zwei Jahren konnten ganz moderne Geräte angeschafft werden. Es stehen Operationsmikroskope und Geräte zur Linsenentfernung zur Verfügung, die heutzutage alle Computer gestützt arbeiten.
Wer in einem Land wie Uganda ein Spital führen möchte, muss auch die Versorgung mit Wasser und Strom mitorganisieren. Wenn auch nur eine dieser Grundbedingungen zusammenbricht, müsste der Betrieb eingestellt werden. Fällt der Strom aus, geht gar nichts mehr. Das gleiche gilt für Wasser. Daher muss für beides eine Notfallversorgung eingerichtet sein
Zehn Franken reichen
Legt man nur die laufenden Kosten zugrunde, kostet zum Beispiel eine Staroperation 100 Schweizer Franken. Der Patient zahlt aber nur 50 Franken. Sehr arme Menschen bekommen die Operation kostenlos. Für eine ambulante Behandlung fallen Kosten von lediglich zwei Franken an. Um das Spital am Laufen zu halten und auch armen Menschen die Behandlung zu ermöglichen, benötigen wir im Jahr 150’000 Franken an Spenden. Damit werden dann mehr als 18’000 Patienten behandelt. So kann man ausrechnen, dass wir pro Patient eine Spende von 8.33 Fr benötigen. Das muss man sich einmal vorstellen. Mit nicht einmal 10 Franken genügen, um Patienten das Augenlicht zu erhalten. Nicht wenige Patienten kommen erst zum Spital, wenn sie schon blind sind. Für sie erfüllt sich dann das Versprechen, dass Blinde wieder sehen.
Br. Ansgar Stüfe OSB
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